




|
Rennfeuer |
|
Zur Herstellung traditioneller Blankwaffen, muss das gleiche Rohmaterial verwendet werden, welches auch unsere Vorfahren von 800 v. Ch.—1900 n. Ch. produziert haben. Die Kunst liegt nicht in der Herstellung einer Luppen, sondern in der Weiterverarbeitung zur gehärteten Klinge. Einige der besten, japanischen Schwertschmiede, stellen ihren Rohstahl nicht selbst her, sonder erwerben ihn von einem zentralen Hersteller. Daran ist zu erkennen, dass die Wertschätzung in der Kunst des Schmiedens liegt und nicht in der Rohstahlherstellung.
|
|
In einem gemauerten Schacht, wird mit Holzkohle ein Feuer entfacht. Schichtweise werden Holzkohle und Eisenerze eingefüllt und unter Zugabe von viel Luft niedergebrannt. Das reduzierte Eisenerz setzt sich schichtweise unterhalb der heissesten Zone des Ofens ab und bildet mit der Zeit einen immer grösser werdenden Rohstahlklumpen. Durch die Schwankungen der Ofenwärme und anderen Faktoren, ist eine solche Luppe nicht homogen. Eine Luppe besteht aus verschiedenen Qualitäten und Kohlenstoffgehalten, welche für gute Stahlqualitäten sortiert werden müssen. Die Auswahl des Stahls ist Sache des Schmiedes. Fachliche Anmerkung: Die Definition des Damaszenerstahls :„Damaszenerstahl besteht aus unterschiedlichen Stählen, welche miteinander feuerverschweisst wurden“ kann fachlich nicht korrekt sein. Der Rohstahl, die Luppe, den unsere Vorfahren aus Eisenerzen hergestellt haben, besteht immer aus unterschiedlichen Qualitäten. Dieser in der direkten Reduktion (Kohlenstoffspender ist gleichzeitig auch Heizmittel) hergestellte Rohstahl, wird nicht flüssig und kann sich entsprechend nie gleichmässig durchmengen, homogenisieren. Was man auch immer aus Eisenerzen und Holzkohle, Lehm und Stein und Wasser herstellen kann, entspricht dem, was für unsere Vorfahren (800 v. Ch.– 1900 n. Ch.) auch möglich war.
|

|
Rohstahl/ Luppen
|
|
Chips aus Rohstahl, wie man sie von den japanischen Schwertschmieden kennt. Auch wenn die „Experten“ des Damaszenerstahls bisher eine andere Geschichte von der traditionellen Stahlherstellung erzählt haben, dies ist das selbe Material welches auch unsere Vorfahren hergestellt und verarbeitet haben. Der Zusammenhang im Arbeitsablauf zu den traditionellen japanischen Schwertschmieden ist offensichtlich. |


|
Metallurgische Vergrösserungen von Rohstählen |
|
Buchtip Wenn Sie Unterlagen zur Weiterverarbeitung von diesem Rohstahl suchen, werden Sie in keinem Buch mit dem Titel, „Damaszenerstahl“ etwas brauchbares finden. Hilfreich ist das Buch: „Die japanische Schwertschmiedekunst“ von Yoshindo Yoshihara. In diesem Buch wird die Herstellung von Klingen aus Rohstahl/ Luppen erklärt. Wie man leicht feststellen kann, wird hier eine ganz andere Geschichte der Stahlherstellung erklärt, als das Verschweissen von Industriestahl. Die Luppe ist lediglich das Grundmaterial, welches durch das Können des Schmiedes seine gute Qualität erhält. Auch in diesem Buch von Herrn Yoshihara, ist der wichtige Teil nicht die Stahlherstellung aus Eisenerzen, sondern die Raffinierung, die Schmiedearbeit. |
|
Da man keinen fertigen, perfekten Stahl zur Verfügung hat, sondern ihn erst in sämtlichen Bereichen herstellen muss, ist diese Stahlherstellungstechnik unserer Vorfahren, viel schwieriger als die Arbeit mit fertigen Industriestählen. Wir wollen Sie nicht entmutigen aber in japanischen Kreisen der Schwertschmiede, muss man mindestens 100– 200 Klingen hergestellt haben, bevor man sich als Meister dieses Materials bezeichnen kann.
|

|
Plättchen aus Teilen der Luppe |
|
Dieser Stahl ist in dieser Zusammensetzung nicht zu gebrauchen und muss erst durch weitere Arbeitsschritte gewandelt werden. (Oberste Grenze einer verarbeitbaren Luppe)
|
|
Analyse des Rohstahls, hergestellt aus brasilianischem Eisenerz Durch den geringen Schwefel und Phosphorgehalt hat dieser Rohstahl eine hohe Qualität.
|
|
C = unterschiedlich % Si = kleiner 0.0050 % Mn = kleiner 0.0050 % P = 0.0294 % S = 0.0099 % Cr = kleiner 0.0050 % Mo = kleiner 0.0050 % Ni = kleiner 0.0050 % Al = 0.0064 % Co = 0.0018 % Cu = 0.0110 % Nb = kleiner 0.0021 % Ti = kleiner 0.0010 % V = kleiner 0.0010 % W = kleiner 0.0010 % Fe = 98.2 % |
|
Problematik bei der Stahlherstellung Die Herstellung des Rohstahls in einem Rennfeuer ist eigentlich sehr einfach. Die Kunst, ist die Weiterverarbeitung zum fertigen, gehärteten Produkt, mit hoher Qualität (siehe japanische Schwertschmiede). Trotzdem muss erst dieser Arbeitsschritt der Rohstahlherstellung gelernt sein. Unterdessen ist es total angesagt sich mit einem Rennfeuer zu präsentieren. Viele von den bisherigen Damaszenerstahlschmieden, welche Anfang dieses Jahres noch ausschliesslich mit fertigem, modernem Industriestahl gearbeitet haben, präsentieren sich jetzt mit Rennfeuern. Eigentlich ist es nicht mehr als eine Grillparty oder reine Umweltverschmutzung, da meist kein brauchbarer Rohstahl hergestellt wird. Das wird natürlich gerne verschwiegen. Das grösste Problem von Anfängern, ist das Zerfallen des Rohstahls (Luppe) beim schmieden. Dabei zerfällt der Stahl wie morsch in lauter kleine Stücke und ist nicht weiterverarbeitbar, Abfall. Dies kann beim schmieden der Luppe geschehen aber auch erst nach den ersten Faltungen und Feuerverschweissungen. Entsprechend kann nichts brauchbares vorgezeigt werden. Demonstrationsfilme enden meist zu diesem Zeitpunkt und die Bilder mit dem zerbrochenen Barren sind so klein oder unscharf, dass die Risse nicht zu entdecken sind.
Schwierigkeitsgrad (geschätzt)
Stand Europa zur Zeit
Da nachweislich erst seit Anfang 2010 dieser Fachbereich von mir richtiggestellt wurde (gegen die Aussagen sämtlicher Fachleute), kann noch niemand kompetent sein. Innerhalb eines Jahres, das Niveau eines japanischen Schwertschmiedes zu er erreichen, ist absolut unmöglich. Leider gibt es viele, die sich als Könner veröffentlichen aber nicht mehr als ein Feuerchen zustande bringen. Es ist ein reiner „selbst-verwirklichungs“ Fachbereich. Fachliches Interesse ist nicht vorhanden. Auch die Verantwortlichen Doktoren und Professoren haben total versagt und können lediglich Zitieren. Sie besitzen kein grundlegendes, eigenes Wissen und haben diesen fachlichen Skandal mit zu verantworten. Auch die Zeitschriften haben immer gern das Geld angenommen, die Verpflichtung zur Wahrheitstreue oder fachlicher Verantwortung ist kein Thema. Dieser Fachbereich wird von absolutem, verantwortungslosem Egoismus geprägt. Fast fünfzehn Jahre lang war mein Spruch: “ willst du wichtig tuen, hast aber nichts in der Birne, willkommen beim Damaszenerstahl“. Jetzt sind es Experten von Eisenerzen.
.
|



|
Barren aus schweizerischem Gonzenerz, mehrfach gefaltet und feuerverschweisst. |
|
Metallurgischer Schliff durch den Barren aus Gonzen– Eisenerz. Es ist kein Kohlenstoff vorhanden. Der Schwefelgehalt ist in diesem Stahl erhöht (0.2109%) . |
|
Herstellung Luppe |
|
Schmiedearbeit von Luppe zu Objekt |
|
Mindestanforderungen professioneller, japanischer Schwertschmiede |
|
www.schwertschmiede.ch von Volker Hollmann |
|
Einheimische Erze—Gonzen SG (Schweiz) |