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Die technischen Mittel unserer Vorfahren waren sehr gering. Der verwendete Energiespender war die Holzkohle, welche einen vergleichsweise geringen Heizwert besitzt. Natürliche Werkstoffe wie Stein, Sand, Wasser, Holzkohle und Lehm wurden benötigt, um aus Eisenerzen fertige Waren herzustellen. Mehr materielles braucht man nicht. Alles Weitere ist das Handwerk des Schmiedes, seine Tricks, Wissen und verwendeten Verfahren. Die Möglichkeiten um aus Eisenerzen gute Stähle, mit unterschiedlichen Eigenschaften herzustellen, sind enorm. Um die Stahlherstellung aus Eisenerzen beherrschen zu können, braucht es viele Lehrjahre.
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Alle Raffinierstähle sind nur bis zu einer Materialdicke von etwa 4 mm härtbar, ist ein Eisengegenstand dicker, kann er nicht durch- gehärtet werden. Moderner Damaszenerstahl aus Industriestahl hat mit traditionellem Rennfeuerstahl nichts zu tun! Weder im Herstellungsablauf noch im Aussehen oder den Eigenschaften. |
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Die Luppe, das Produkt aus dem Reduktionsofen. Das Rohmaterial eines traditionellen Schwertschmiedes.
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Eine sehr kleine Auswahl an Erzen aus aller Welt. Ihr Aussehen ist sehr unterschiedlich, in der Verarbeitung unterliegen sie alle den gleichen physikalischen und chemischen Grundsätzen. Etwa 4% der harten Erdkruste besteht aus eisenhaltigem Gestein. Gutes Erz ist auf der ganzen Welt zu finden. Wichtig ist der prozentuale Eisengehalt im Gestein und die Beimengungen anderer Elemente, welche dem resultierenden Stahl seinen Charakter geben. Entgegen vieler Meinungen ist Eisenerz nicht rassistisch, es reagiert lediglich entsprechend der chemischen und physikalischen Gesetze. Das Erz für meine Arbeit habe ich aus Schweden, Afrika, Brasilien, Kanada bezogen.
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Die Bauart eines Rennfeuers ist sehr einfach. Ein gemauerter Schacht, mit Luftdüsen an den unteren Seite, durch welche Luft eingeblasen werden. Unterschiedlich sind die Dimensionen des Schachts und die Weise der Luftzuführung. In Diesen Schacht werden abwechslungsweise Eisenerze und Holzkohle eingefüllt und unter Zugabe von viel Luft niedergebrannt. Unterhalb der Düsen setzt sich der aus dem Eisenerz entstandene Rohstahl, die Luppe, ab. Viele japanische Schwertschmiede betreiben selbst solche Öfen um ihr eigenes Rohmaterial herzustellen. Es gibt heute in Japan eine zentrale Stahlherstellung aus Eisenerzen, dort können Schwertschmiede fertiges Roheisen erwerben. Der Betrieb eines Rennfeuers ist nicht sehr schwierig und benötigt nur geringes kunsthandwerkliches Können.
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Die Luppe wird zerschlagen und die einzelnen Brocken flach geschmiedet. Die Plättchen werden gehärtet und zerbrochen. An der Bruchstelle lässt sich der Kohlenstoffgehalt und die Qualität ablesen. Ausgewählt werden Stücke von gleichem Kohlenstoffgehalt. Die sorgsam ausgewählten Stücke werden auf einer Grundplatte möglichst stabil gestapelt. Das Paket wird im Holzkohlefeuer auf hohe Temperaturen gebracht und mit dosierten Hammerschlägen zu einem Stahlblock verschweisst. Durch fortwährendes ausschmieden, falten und feuerverschweissen wird der Stahl gereinigt, reift und erhält seine Phase. Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis der Stahl seine Qualität erreicht hat. Japanische Schwertschmiede wiederholen diesen Faltprozess 8—12 mal. Die Kunst ist es, diesen Rohstahl so zu bearbeiten, dass man ihn als fertiges Objekt härten kann. Der Schmied muss diesen Rohstahl nicht nur reinigen, auch der Kohlenstoffanteil muss optimiert werden. |
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Querschnitt durch eine solche japanische Klinge |
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www.schwertschmiede.ch von Volker Hollmann |
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Herstellung Rennfeuerstahl |
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Bisher wurden in der Fachwelt diese Herstellungsabläufe beschrieben aber dann durch fertigen Industriestahl ersetzt. Man hat es sich sehr einfach gemacht, entsprechend unrealistisch wird die europäische Schmiedtradition bis heute dargestellt. |
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Bild eines japanischen Reduzierofen.Solche traditionellen Öfen werden bis heute noch in Japan betrieben. |

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Stück einer japanischen Luppe |
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Die Luppe kann direkt weiterverarbeitet werden und insgesamt verschmiedet werden. Für hochwertiges Werkzeug welches gehärtet werden soll, muss der Stahl sorgsam nach Qualitäten aussortiert werden. |
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Oben: Eine der gebräuchlichsten Zusammenstellung des Grundpaketes für japanische Schwerter. Unten: Eine der spektakulärsten europäischen Lösungen zur Herstellung einer Torsionsklinge.
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