Moderner Damaszenerstahl

Heutzutage besteht er aus gehärteten und weichen Industriestahlschichten.

Schwarz ist der harte, weiss der weiche Stahl.

Diesen modernen Damaszenerstahl finden Sie in allen entsprechenden Zeitschriften, Büchern, Filmen, Doktorarbeiten und Produkten, als die historische, europäische Schmiedekunst.

Das ist falsch. Diese Maserung findet man in keinem mittelalterlichen Original!

 

Jean Jacques Perret, 1771.  

 Produktionsmethode von Stahl in der Art           von Damaskus                                                    http://damascus.free.fr/f_damas/f_hist/perret.htm

Ein Beispiel von vielen historischen Schriften, die alle dieselbe Aussage haben.

Schon der Titel ist eine klare Aussage.

Eine gute Webseite, sollte man lesen.

Tipp: Übersetzer vom Internet benutzen.

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Das Damaszenerstahlmärchen

Noch vor 30 Jahren gab es im Bereich der traditionellen, europäischen Stahlherstellung viele Diskussionen aber wenig fundamentierte Informationen.

Die bekanntesten Damaszenerstahlschmiede im deutschsprachigen Raum waren M. Sachse und

H. Denig.

Durch Publikationen, Demonstrationen und Fernsehauftritte dieser beiden Schmiede, wurde die historische Stahlherstellung wieder publik.

Zeitgemässe Fachbücher gab es lange Zeit keine, so kam es, dass beide Schmiede Bücher über Damaszenerstahl schrieben.

In diesen Büchern wird die traditionelle, europäische Schmiedekunst

(800v.Ch.—1900n.Ch) von Eisenerz zum Rennfeuer, zur Luppe, zur fertigen Klinge nur beschrieben.

Beide haben diesen wahren, von ihnen selbst publizierten, historischen Herstellungsablauf nie professionell praktiziert, sondern ausschliesslich mit Industriestählen gearbeitet.

Dadurch wurde die vor- industrielle Stahlherstellung mit Industriestahl legalisiert.

Es gibt keine Kompetenz für unsere Schmiedetechnik von 800 v. Ch. - 1900 n. Ch..

 

 

 

 

Besonders M. Sachse, der damals der einzige professionelle „Damaszenerstahlschmied“ war

 

 

 

www.schwertschmiede.ch von Volker Hollmann

Dieser Stahlherstellungsprozess ist die einfachste Methode um aus Eisenerzen Rohstahl zu gewinnen.

Angewendet wurde dieses Verfahren weltweit, in allen Jahrhunderten.

Bei dieser Grundform der Stahlherstellung, wird der Stahl nicht flüssig.

Durch den geringen Heizwert der Holzkohle und die Bauart des Ofens, können keine Temperaturen erzeugt werden, um Stahl schmelzen zu können.

Unser heutige Industriestahl hingegen wird geschmolzen, gereinigt und mit Elementen vermischt, welche die Eigenschaften des Stahls grundlegend verändern, ein modernes, technisches Produkt.

Der Stahl einer Luppe ist nicht mit Industriestahl vergleichbar, es sind zwei absolut unterschiedliche Fachbereiche und Materialien.

In der Kunst  der vor -industriellen Stahlherstellung aus Eisenerzen, sind die japanischen Schwertschmiede führend.

Das Handwerk heutiger japanischer Schwertschmiede ist absolut identisch mit dem Handwerk unserer Vorfahren.

Sogar die japanische Bauart der Schmiedeesse, kann archäologisch in Europa nachgewiesen werden.

Eisenerze und Holzkohle sind nicht rassistisch, sie gehorchen nur chemischen und physikalischen Gesetzen.

Wie man eine sehr schwierige Technik einfach gestaltet

Die neu geschmiedeten Stücke, welche in diesen Büchern publiziert wurden, bestehen hauptsächlich aus normalem Industriestahl.

Deswegen wird in den beiden Publikationen die japanische Schmiedekunst immer mit Darstellungen von Eisenerz und Luppe publiziert, die europäische Schmiedetradition aber mit Paketen aus

Industriestahl.

Aufgrund der nur wenigen „experimentellen Versuche“ und fehlenden Erfahrung mit Eisenerzen, gibt es bis heute eigentlich keinen kompetenten Rennfeuerstahlschmied. 

(Ein erfahrener Rennfeuerschmied muss mindestens 10 Jahre professionell mit Eisenerzen gearbeitet haben.

Alles Andere ist nur wieder dieser „Überkonfidenzeffekt“, dies wird ihnen jeder japanische Schwertschmied bestätigen.)

Der Schwierigkeitsgrad vom arbeiten mit fertigen Industriestählen oder aus Eisenerzen, ist so gross wie der von einem Ziegenstall und einem Hochhaus.

Da niemand die Stahlherstellung aus Eisenerzen beherrscht hat, entstand das Damaszenerstahlmärchen, als keltische und mittelalterliche Schmiedekunst, mit Industriestählen.

Freudig wurde das Arbeiten und publizieren mit fertigen Industriestählen legitimiert, weil alles so schön einfach war.

Man hat sich selbst nicht zugehört.

Zur Zeit, als M. Sachse sein Buch über Damaszenerstahl schrieb, war ich in seiner Werkstatt und habe ein halbjähriges Praktikum absolviert.

Daher kenn ich die damalige Situation genau:

M. Sachse hatte damals keine Ahnung von Rennfeuerstählen, als er sein Buch schrieb.

Seit sehr vielen Jahren weise ich darauf hin, dass man den historischen Herstellungsablauf mit dem Rennfeuer einhalten muss und nicht durch fertigen Industriestahl ersetzen kann.

Das fertige Produkt, die Klinge

Wird ein Stahl im Rennfeuer, mit Eisenerz und Holzkohle hergestellt, hat der resultierende Stahl immer die selben Eigenschaften.

Er ist nur bis zu einer Materialdicke von 4 mm durchhärtbar.

Ein absoluter Grundsatz, der auch in allen historischen Klingen nachweisbar ist aber bisher von der Fachwelt nicht beachtet wurde.

Metallurgischer Fakt ist, dass Stähle welche nicht mit anderen Elementen legiert wurden, eine sehr geringe Härtbarkeit besitzen.

Der im Rennfeuer hergestellte Stahl wird nie flüssig, deswegen kann er keine Legierungselemente aufnehmen, auch wenn diese auf natürliche Weise im Eisenerz enthalten sind.

Entsprechend sind bei sämtlichen historischen Klingen solche Härtelinien zu beobachten.

Deswegen kann die Maserung aus harten und weichen Stahlschichten (Damaszenerstahl), in historischen Stählen nicht vorkommen.

 

 

Saxklinge, 7.- 8. Jahundert, Deutschland

Deutlich zu sehen ist die Härtelinie.

Egal wer, zu welcher Zeit, Eisenerze mit Holzkohle zu einer Luppe und dann zu einer fertigen Klinge geschmiedet hat, diese Härtelinie ist allgegenwärtig.

Die schlechte Eigenschaft des vor– industriellen Stahls ist seine schlechte Härtbarkeit.

  linke Seite:  „RESEARCH“ anklicken,

dann „STEELS, STONES AND SNAKES“ anklicken.                                                                             

 

Beeindruckende Bilder von polierten und gut ersichtlichen europäischen Originalen, können Sie im Buch von Herrn Stefan Mäder sehen.

In Zusammenarbeit mit japanischen Schwertpolierern hat er 1999 antike, europäische Klingen poliert und in seinem Buch veröffentlicht.

Tipp: lange nach unten scrollen, Bilder der Klingen sind weit hinten.

 Gutes Buch, sollte man lesen.

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Japanisches Kurzschwert

Osafune Sukesada, Wakizashi, Bizen, Edo

Typisches Merkmal aller japanischen Klinge ist die Härtelinie. Alle japanischen Schwerter, ohne Ausnahme, haben eine solche abgegrenzte Härtung .

Aus Archäologie online

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Der Damaszenerstahl

Obwohl weltweit die Materialien und Werkzeuge zur Stahl und Schwertherstellung identisch waren, gibt es deutliche Unterschiede in den historischen Stählen.

Ein keltischer Schmied hat andere Wege bestritten als ein Schmied tausend Jahre später.

Es ist ein riesiges Fachgebiet mit vielen Möglichkeiten, welche auch genutzt wurden.

Im Orient entwickelten sich zusätzlich eine Stahlherstellungstechnik, welche weder in Japan noch in Europa bekannt war, der Wootz.

 

Ein grosses Probleme der antiken Schmiedewelt war die Holzkohle, mit ihrer geringen Energie.

Damit konnte Stahl nur sehr schwer zum schmelzen gebracht werden.

Das zweite Problem war der Tiegel, in dem der geschmolzene Stahl aufgefangen werden musste.

Sowohl das hohe Gewicht des flüssigen Stahls, wie auch die enormen Temperaturen musste dieser „Topf“ aushalten können, ohne zu brechen.

Im Orient beherrschte man das Stahl schmelzen zur Perfektion.

Wie in unserer modernen Stahlindustrie wurde der Stahl so hoch erhitzt, dass er schmolz.

Dadurch konnten Legierungselemente, wie Mangan, Silizium, Chrom, usw., welche auch im Eisenerz enthalten sind, sich mit dem Stahl vermischen (legieren).

Die Schmiede im Orient waren so gut, dass sie nicht nur den Stahl zur Schmelze gebracht haben, sie konnten sogar eine Maserung in diesem Tiegelstahl erzeugen.

Das in einem Tiegel geschmolzene Erz wurde kontrolliert abgekühlt und entwickelte ein Netz von Ausscheidungen, welche gut sichtbar sind.

Vorsichtig, auf sehr niederer Temperatur (unter ca.830°C), wurde dieser Stahlblock direkt in die gewünschte Form geschmiedet.

In der fertigen Klinge ist ein gut sichtbares schwarz/ weiss Bild zu erkennen.

Dieser Stahl heisst Wootz, Damaszenerstahl, manchmal wird er auch als Tiegelstahl bezeichnet.

Orientalischer Wootz

Links, aus:

Faszination Damaszenerstahl
Von:
Manouchehr Moshtagh Khorasani

Rechts: aus Sammlung privat

Dieser Stahl erhält seine Struktur beim Abkühlen aus der Schmelze.

Es gibt keinerlei Verwandtschaft mit traditionellen, europäischen oder japanischen Stählen.

 

Der orientalische Wootz war in Europa bekannt und wurde auch gehandelt.

Die Herstellung dieses speziellen, geschmolzenen Stahles blieb aber immer ein Geheimnis.

In den historischen Belegen wird der Damaszenerstahl eindeutig und unmissverständlich als Versuch bezeichnet den Wootz herzustellen oder wenigsens nachzuahmen.

In keiner dieser Aufzeichnungen wird der Damaszenerstahl mit der historischen, europäischen Stahlherstellung im Rennfeuer in Verbindung gebracht. (800 v. Ch.—1900 n. Ch.)

 

Beim Vergleich der Stahlstrukturen, kann selbst der Laie, die Zugehörigkeiten erkennen.

Unglaublich, dass in der gesamten Fachwelt schon immer über Stähle diskutiert wurde und trotzdem war man unfähig zwischen einem Rennfeuerstahl, modernem Industriestahl oder

Wootz (Damaszenerstahl) zu unterscheiden.

 

Was man heute allgemein als Damaszenerstahl kennt und herstellt, gibt es im deutschen Raum erst seit etwa 200 Jahren. (Solingen)

Der Ausdruck „Damaszenerstahl“ wurde immer in Bezug auf die Nachahmung des orientalischen Wootz verwendet und erst seit etwa 30 Jahren steht er bei uns auch für die Herstellung von traditionellem Rennfeuerstahl.

Eine Fehlinterpretation, mit schlimmen Folgen, welche heute nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

 

Nachdem ich diese offensichtlichen Missstände in der deutschsprachigen Welt aufgedeckt habe (2009/2010), wurde vermehrt, ernsthaft nach der Herkunft des Damaszenerstahls geforscht.

Bisher sind alle Aussagen eindeutig.

Unabhängig voneinander kommt man zum Schluss, dass der Ausdruck Damaszenerstahl sich eindeutig auf den orientalischen Wootz bezieht und nichts mit den europäischen, traditionellen Schmiedetechniken von 800 V. Ch. –  1900 n. Ch. zu tun hat.

Witziges Detail: „moderne“ Autoren haben aus diesen alten Schriften zitiert, als Beleg für den  Damaszenerstahl als traditionelle, europäischen Schmiedekunst.

Die wichtigen Passagen, welche das Gegenteil Aussagen, wurden einfach weggelassen.

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